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Wilder Müll – eine „never ending story“?

Müll am Straßenrand, in Waldgebieten, auf öffentlichen Plätzen und ganz besonders rund um Container für Altglas und Altpapier – wer von uns macht nicht täglich solche unerfreulichen Beobachtungen? Verschmutzungen durch die illegale Ablagerung von Abfällen aller Art, den „wilden Müll“, nehmen in den letzten Jahren immer weiter zu. Der Allgemeinheit Kosten und Aufwand für die Entsorgung zu überlassen, es sich dabei quasi als Trittbrettfahrer bequem zu machen, sollte für keine(n) eine Option sein. Denn wilder Müll ist kein Kavaliersdelikt, sondern kann drastische Folgen haben – für die Umwelt und für den eigenen Geldbeutel.

 

„Wilder Müll“ – ein wahrlich wildes Sammelsurium

Viel zu häufig bleiben die Reste des eigenen Konsums an Ort und Stelle zurück. Zum Teil geschieht das unbedacht, ohne großes Nachdenken. Statt Überbleibsel in dafür vorgesehene Abfallbehälter zu geben, werden diese achtlos weggeworfen oder liegengelassen. Oft aber werden auch größere Mengen an Abfällen vorsätzlich illegal abgeladen. In der Erwartung unentdeckt zu bleiben, werden regelrecht wilde Müllkippen aufgetürmt.

 

wilde Müllkippe im Wald

 

Und was sind die Auswirkungen dieser Gedankenlosigkeit? Die Wohn- und Lebensqualität der Bürger*innen wie auch der tierischen Bewohner wird stark beeinträchtigt. Und unter Umständen gelangen auch gefährliche Schadstoffe in Böden, Grundwasser und Gewässer.

 

Abfallbeseitigung auf Kosten der Allgemeinheit

Die Entsorgung wilden Mülls ist aufwendig und auch kostenintensiv. Deshalb ist „Wild Müllen“ eine Ordnungswidrigkeit. Und glücklicherweise gelingt es immer mal wieder, die Müllsünder*innen zu identifizieren und zur Kasse zu bitten. Bei schweren Vergehen werden bis zu 100.000 Euro fällig und bei kleineren ist man oft schon mit 100 Euro „dabei“. Meistens jedoch bleiben die Kosten an der Allgemeinheit hängen – alleine im Saarland sind das pro Jahr geschätzt elf bis zwölf Millionen Euro.

Diagramm zur Entwicklung des wilden Mülls im Saarland

Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt – viele engagieren sich

Insbesondere auch Waldgebiete – unsere wichtigen Klimaoasen – leiden zunehmend unter wildem Müll. Nicht nur am Waldrand wird Müll abgeladen, Täter fahren mitunter hunderte Meter tief in den Wald hinein, um größere Mengen von Abfällen illegal abzuladen.

Zugleich engagieren sich erfreulicherweise aber auch immer mehr Menschen für ein sauberes Umfeld. Um den Wald sauber zu halten, haben beispielsweise die Stadt St. Ingbert und der SaarForst ein schönes Gemeinschaftsprojekt ins Leben gerufen. Am Eingang des Schmelzerwaldes stehen an einer Müllsammelstation Zangen und Eimer bereit. Waldspaziergang und Müllbeseitigung gehen so Hand in Hand.

Im Rahmen der Initiative „Illingen engagiert gegen Müll“ kämpfen Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde jeden Tag gegen die Vermüllung ihres Heimatortes an und sammeln Abfälle ein. Das Projekt wurde in einem bundesweiten Wettbewerb als Landessieger mit dem Deutschen Nachbarschaftspreis ausgezeichnet.

Flankiert werden solche lokalen Maßnahmen von größeren Kampagnen wie saarland picobello oder den Clean up-Aktionen.

 

Kennen Sie weitere Beispiele für echtes Umweltengagement? Wenn ja, schreiben Sie uns, damit wir Ihre Anregungen hier im Blog veröffentlichen können.

 

Weitere Informationen zum Thema Abfallvermeidung und wilder Müll finden Sie hier:

saarland picobello | mehr

EVS-Blog: picobello 365: nicht nur Müllsammelaktion, sondern auch Ideenwettbewerb zur Abfallvermeidung | mehr

EVS-Blog: Verbot von Einwegplastik – Wie sehen Ihre Alternativen aus? | mehr

Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz: Kommunal vernetzt für ein sauberes Saarland | mehr

 

Fotos: Plastikabfälle im Wald von Big City Lights (Header) und wilde Müllkippe von Blende8 / Adobe Stock 
Autoren: Pascale Woll (Auszubildende EVS), Michael Bauer

 

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