Maden in der Biotonne? Das muss nicht sein. Unsere Tipps.

Sie sind klein, weiß und lieben die feuchte Dunkelheit: Maden. Mt ihren vielen Geschwistern bevölkern sie gerade in den Sommermonaten zu Tausenden gerne die Biotonnen. Wenn man nicht gerade Angler ist, wird man sich sicherlich nicht über die private Madenzuchtanlage freuen.

Aber wo kommen sie her und wie wird man sie los?

 

Die meisten Maden im Abfall sind die Nachkommen von Schmeißfliegen, Stubenfliegen oder Goldfliegen. In den Sommermonaten legen Weibchen mehrmals zwischen 150 und 400 Eier pro Eiablage mit einem Intervall von drei bis vier Tagen (Quelle: Wikipedia).

Bevorzugt werden die Eier in gärigen, feuchten und nassen Materialien, z.B. Abfällen abgelegt, da dies die Nahrungsgrundlage der Larven darstellt. Die Fliegen unterscheiden dabei nicht, ob sich der Abfall noch im Haus befindet oder bereits draußen in der Biotonne. Hauptsache feucht und stinkig.

Hier unsere Tipps zur Vorbeugung von Madenbesuch:

 

Regel Nummer 1: Trocken muss es sein.

 

Zeitungspapier vereint viele Vorzüge in einem. Es saugt nicht nur die Nässe aus dem feuchten Biogut auf und sorgt dafür, dass erst keine faulige Suppe in der Tonne entsteht, sondern es verhindert auch zuverlässig die Geruchsbildung im Abfall.

Unser Tipp: Knüllen Sie das Zeitungspapier als erste Lage auf dem Boden der Tonne. Das Knüllen unterstützt eine rückstandlose Leerung der Tonne (auch im Winter) und saugt durch die erhöhte Oberfläche gleich noch mehr Feuchtigkeit auf.

Essensreste und feuchtes Biogut immer in Zeitungspapier einwickeln. In unserem „DIY –Abfalltüte aus Zeitungspapier falten“ zeigen wir Ihnen, wie Sie schnell und einfach einen kleinen Abfallbehälter selbst falten können.

Bäcker- und Metzgertüten dienen auch prima als Abfallbehälter

Bäcker- und Metzgertüten dienen auch prima als Abfallbehälter

 

Als Alternative können Sie auch Küchenkrepp, Holzwolle oder biologisch abbaubares Nagereinstreu verwenden. Beide Materialien saugen auch hervorragend die Feuchte auf. Aber bitte! Nur verwenden, wenn Sie die Materialien sowieso entsorgen müssen.

Für die Gartenbesitzer haben wir noch einen Tipp. Rasenschnitt besitzt einen sehr hohen Wasseranteil und sollte deshalb vor dem Einfüllen in die Biotonne unbedingt getrocknet werden. Der dichte Mulch klebt sonst sofort zusammen und beginnt aufgrund der Wärmeentwicklung (bis zu 60 Grad) und Sauerstoffmangel zu faulen und extrem zu riechen.

 

Regel Nummer 2: Stänkerer vermeiden

 

Fliegen mögen es schön stinkig. Der Geruch nach Vergärtem und Fauligem zeigt ihnen den optimalen Platz zur Aufzucht ihrer Maden. Was liegt daher näher, als den Fliegen den Appetit zu verderben und dafür zu sorgen, dass der Abfall erst gar nicht stinkt?

Wenn die Abfälle immer schön trocken gehalten werden, kommt es in der Regel erst gar nicht zu fauligen und stinkenden Abfällen. Die unangenehmen Gerüche stammen nämlich aus dem Vergärungsprozess, der bei Feuchtigkeit und Wärme entsteht.

Vor allem im Sommer sollten Sie die Biotonne möglichst an einen schattigen Platz stellen. Die heißen Sonnenstrahlen bewirken eine Erhitzung des Bioguts im Innern der Tonne, was die Vergärung fördert und für Gerüche sorgt.

Streuen Sie einfach den Kaffeesatz aus der Maschine (ohne Kapseln) oder dem Filterbeutel über den Abfall. Oder Reste gemahlenen Kaffees, der für das Aufbrühen nicht mehr geeignet ist. Der neutralisiert nicht nur die unangenehmen Gerüche, er ist sind auch gleichzeitig noch feuchtigkeitsbindend. Alternativ können Sie auch Lavendelzweige oder ein paar Tropfen ätherischen Zitronenöls verwenden. Den Geruch mögen die Fliegen gar nicht.

Unser Tipp: Basteln Sie sich aus alten Gardinen oder Insektengitter einen Fliegenschutz, den Sie über die Öffnung der Biotonne stülpen oder legen. Ein nicht mehr benötigter Insektenschutz für den Kinderwagen funktioniert ebenfalls prima. So haben die Fliegen keine Chance, beim Lüften der Tonne ins Innere zu gelangen.

 

Regel Nummer drei: Bleib sauber!

 

Leeren Sie in den fliegenreichen Sommermonaten täglich den Bioguteimer im Haus. So können die Fliegen erst gar nicht ihre Eier im Abfall ablegen, aus denen in der Tonne dann die Maden schlüpfen. Nicht vergessen: Feuchtes in Papier einpacken.

Die Biotonne immer abfahren lassen. Das kostet Sie keinen Cent mehr, denn die 14-tägliche Abfuhr ist in der Jahresgebühr enthalten.

Sollten sich doch Rückstände auf dem Boden der Tonne finden (falls Sie z.B. das zerknüllte Zeitungspapier als erste Lage vergessen haben ?) können Sie diese mit etwas Wasser und einem Päckchen Backpulver oder Natron einweichen und lösen. Anschließend einfach mit dem Gartenschlauch abspritzen und mit geöffnetem Deckel austrocknen lassen.

Und zum Schluss können Sie den Deckel und den oberen Rand der Tonne mit Essigwasser im Verhältnis 1:3 abwischen. Das gibt den Fliegen den Rest.

 

 

Und wenn doch mal Maden in der Tonne hausen, hier unsere Tipps zur Bekämpfung:

 

Verzichten Sie auf teure, chemische Mittel. Diese schmälern nicht nur Ihren Geldbeutel, sie  können auch das wertvolle Biogut für uns unbrauchbar machen. Folgende wirkungsvollen Hausmittelchen können Sie im Einsatz gegen die Maden gebrauchen:

 

Kochsalz trocknet die Maden aus,

Kalk (Achtung, keinen Brandkalk) erstickt sie,

oder sie lassen den Deckel der Tonne an regenfreien Tagen offen und überlassen die Maden den Vögeln.

 

Wir hoffen, unsere Tipps bringen Sie madenfrei über die Sommermonate und freuen uns sehr, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen. Haben Sie noch andere Tipps, wie Sie Fliegen und Maden fernhalten? Schreiben Sie uns, entweder als Kommentar unter dem Beitrag oder an blog@evs.de .

 

 

P.S. Eins noch, um vielleicht das Image der Fliege etwas aufzubessern: Wussten Sie, dass Fliegen auch wesentlich zur Blütenbestäubung beitragen? In Mitteleuropa beträgt der Anteil an der Bestäubung etwa 26% (Quelle: https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/fliegenbluetigkeit/24909 )

Vielleicht denken Sie beim Anblick Ihres blühenden Gartens mal daran, bevor Sie die Fliegenklatsche schwingen.

 

 

SIM/EVS-Blog
  1. Vielen Dank für die wertvollen Tipps zur Biotonne und den ungebetenen Gästen. Wir hatten diesen Sommer ein ganz schönes Problem wegen der anhaltenden Hitze. Für den nächsten Sommer werde ich auf jeden Fall einen Insektenschutz für die Biotonne kaufen. [Anm. Red.: Link entfernt]

  2. Vielen Dank für den interessanten Artikel über Entsorgen. Ich finde das Thema sehr spannend und habe im Internet auch schon einige gute Seiten gefunden.

    1. Guten Tag,
      ja, das sehen wir auch so. Es gibt im Internet viele gute und hilfreiche Seiten zur Biotonne. Um so mehr freuen wir uns darüber, dass Ihnen unser Blog-Beitrag gefallen hat.

      Viele Grüße
      Ira Dawo

  3. Guten Tag lieber EVS,

    „…..einfach mit dem Gartenschlauch abspritzen“,
    wie soll dieser Tip zum Saubermachen der Biotonne in den Innen-Städten funktionieren?

    Viele Grüße
    Manfred Becker

    1. Guten Tag, Herr Becker,
      unsere Tipps verstehen sich als Sammlung, aus der jede/r das Passende für sich aussuchen kann. Wenn kein Wasser zur Reinigung der Tonne genutzt werden kann, dann helfen verschiedene andere Maßnahmen, wie z. B. Essig, um den Deckelrand zu säubern.

      Viele Grüße
      Ira Dawo

  4. Sehr geehrte Damen und Herren,
    die meisten Saarländer haben einen Garten und können ihren Biomüll selbst zu wertvollem Gartendünger verarbeiten. Sie brauchen also keine Biotonne. Das sollten, nein das müssen Sie, fördern. So steht es auch im Saarländisches Abfallwirtschaftsgesetz §5 Absatz 6:die Förderung von privaten Maßnahmen zur Vermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Schadstoffminimierung und Verwertung von Abfällen, insbesondere der ordnungsgemäßen und schadlosen Eigenverwertung durch Kompostierung.
    Ich bitte Sie doch dieser Forderung nach zu kommen.

    Gruß
    Ernst Lorenz

    1. Sehr geehrter Herr Lorenz,

      zuhause Kompostieren macht natürlich Sinn – insbesondere dann, wenn man ausreichend Fläche hat um den Kompost zu verwerten.

      Die Gärten sind jedoch häufig für eine sinnvolle Kompostverwertung in der Fläche zu klein. Aber auch wenn der eigenen Kompost verwertet werden kann, bleibt wertvolles Material übrig, das zwar nicht auf den Komposthaufen darf, aber in der Biotonne richtig Sinn macht, z.B. Essensreste. Daher wird die Biotonne hier als Ergänzung zur Eigenkompostierung angeboten – auch als Nachbarschaftstonne für den Fall, dass die Tonne mit den eigenen Biogutmengen nicht zu füllen ist.

      Unsere Kampagne richtet sich insbesondere an diejenigen, die keine Möglichkeit haben, einen eigenen Komposthaufen anzulegen, um das wertvolle Material im Stoffkreislauf zu halten und an diejenigen, die sich bislang zu wenig um eine korrekte Trennung von Abfällen und Wertstoffen gekümmert haben.

      Eine von uns beauftragte Abfallanalyse, deren Abschlussbericht in den nächsten Wochen vorliegen wird, hat ergeben, dass in der Restabfalltonne noch bis zu 30% Organik enthalten ist. D.h. ein großer Teil der saarländischen Bevölkerung entsorgt den Wertstoff Biogut falsch, so dass er nicht weitergehend genutzt werden kann. Das wollen und müssen wir ändern. Müssen, da die EU Abfall Rahmenrichtlinie von den Mitgliedstaaten geeignete Maßnahmen zur Förderung der getrennten Sammlung von Bioabfällen fordert. Darauf zielt auch § 11 Abs. 1 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes ab, das eine Pflicht zur getrennten Sammlung von Biogut zum 1. Januar 2015 zwingend vorschreibt.

      Ziel der gesetzlichen Vorgaben und unseres Engagements ist es, den Wertstoff Biogut aller saarländischen Haushalte zur Gewinnung eines hochwertigen Kompostes und Energie nutzen zu können. Die Sinnhaftigkeit einer korrekt praktizierten Eigenkompostierung bleibt hiervon unberührt.

      Freundliche Grüße
      Marianne Lehmann

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