Wie wird Abwasser wieder sauber? Ein Fall für „Schüler experimentieren“

Heute wollen wir Ihnen mal ein Thema vorstellen, das vor allem unsere Jugend und deren nachhaltiges Interesse an einer sauberen Umwelt in den Fokus stellt.

Bei einem gemeinsamen Spaziergang kamen zwei Schülerinnen der 6. Klasse am Johannes-Keppler-Gymnasium in Lebach darüber ins Plaudern, wie denn wohl der Bach, der sich neben ihrem Spazierweg entlang schlängelt, überhaupt sauber wird: Fließt Abwasser hinein? Wenn ja, wird es gereinigt? Und wie wird es gereinigt?

Aus diesen spontanen Gedanken formte sich für Clara Trampert (11 Jahre) und Lucy Muno (12 Jahre) schnell ein fundiertes Projekt im Rahmen des Landeswettbewerbs „Jugend forscht – Schüler experimentieren“.

 

Wie wird Abwasser wieder sauber?

 

Die beiden Mädchen fassten den Entschluss, die Reinigungsprozesse von Abwasser in zwei Varianten nachzubilden. Eine Variante bestand darin, die Klärung mit Steinen unterschiedlichster Größe sowie Filtermaterial wie z.B. Küchenkrepp und Filtersand zu untersuchen. Das Ergebnis: es entstand war zwar sauberes Wasser, aber noch nicht so sauber, wie es sich Clara und Lucy wünschten.

Sie experimentierten weiter und stellten fest, dass in Abhängigkeit und Fülle der verwendeten Materialien der Säuberungsgrad des Wassers immer besser wurde und sich mehr Partikel aus dem Wasser entfernen ließen.

 

„Es roch gar nicht so schlimm, wie ich dachte!“

 

Inspiriert vom Experimentieren fragten sich die Mädchen, wie denn eigentlich die Abwasserreinigung im größeren Maßstab, also in professioneller Art und Weise funktioniert und ob das geklärte Wasser dort sauberer und reiner wird. Was lag da näher, als eine Kläranlage in ihrer Nähe zu besuchen?

Ein Besuch war schnell organisiert. Begleitet von ihrer Lehrerin führte Herr Holzer von der Kläranlage Lebach Clara und Lucy über die Anlage. Es ging an den verschiedenen Becken und Aggregaten vorbei und Herr Holzer erklärte ihnen, welche Stationen das Abwasser durchlaufen muss, bis sauberes Wasser in die Theel fließen kann. Angenehm überrascht stellten die Schülerinnen fest, dass der Geruch im Klärwerk gar nicht so streng war wie befürchtet. Zum Schluss der Führung konnten Clara und Lucy noch die kleinen Mitarbeiter unserer biologischen Klärung unter dem Mikroskop begutachten, was besonders interessant war.

Angetrieben durch die gewonnenen Eindrücke nahmen die beiden Mädchen die zweite Variante Ihres Experimentes in Angriff: Den Bau eines Modells, das den Weg des Abwassers durch die verschiedenen Reinigungsstufen einer modernen Kläranlage veranschaulicht.

Frau Dibbern und Herr Holzer von der Kläranlage Lebach waren sehr gerne bereit, Clara und Lucy mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Zum Bau des Modells stellten sie spezielle Trichter und Filter zur Verfügung, die bei ihrer Arbeit im Labor zur Begutachtung von Wasserproben eingesetzt werden.

 

Es hat sich gelohnt: erster Platz bei „Schüler experimentieren“

 

Die Mühen und das Opfern von Freizeit -auch in den Sommerferien- haben sich für die Jungforscherinnen jedenfalls ausgezahlt. Mit ihrem Thema „Die natürliche und mechanische Kläranlage“ belegten die beiden Schülerinnen bei der Prämierung im Fachbereich Biologie den ersten Platz und wurden von der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren ausgezeichnet.

Wir vom EVS schließen uns den Gratulationen sehr gerne an und sagen: Herzlichen Glückwunsch an Clara und Lucy für die tolle Arbeit!

 

 

Wenn auch Sie neugierig geworden sind und sich für die Reinigungsstufen des Abwassers interessieren, kontaktieren Sie uns doch einfach, per Tel. 0681/5000-670 oder E-Mail: blog@evs.de. Gerne buchen wir für Sie eine Führung.

 

 

 

 

 

Simone Schäfer, Michael Bauer / EVS-Blog

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