Welt-Toiletten-Tag

2013 wurde der 19. November von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum „World Toilet Day“ ernannt. Was manche evtl. erst einmal schmunzeln lässt, ist ein ernstes Thema …

Nicht überall auf der Welt ist die sanitäre Versorgung so gut wie bei uns. Mehr als 40 Prozent der Menschheit (über 2,4 Milliarden Menschen!) haben keinen Zugang zu ausreichend hygienischen Sanitäreinrichtungen. Deshalb wurde 2010 das Recht auf Wasser und Sanitärversorgung als Menschenrecht anerkannt.

Der Welt-Toiletten-Tag soll insbesondere die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft dazu bringen, dieses häufig tabuisierte Thema aufzugreifen und ernst zu nehmen. Die Regierungen der betroffenen Länder sind aufgefordert, mindestens drei Prozent ihrer Ausgaben für Sanitär- und Wasserversorgung aufzuwenden.

Fakt ist: 15 Prozent der Weltbevölkerung haben überhaupt keine Toilette und machen ihr Geschäft in freier Natur. Auch Plumpsklos und Sickergruben können eine verträgliche Entsorgung aufgrund des gestiegenen Bevölkerungswachstums einfach nicht mehr gewährleisten. Große Mengen Abwasser werden nicht oder nur unzureichend gereinigt. Die Abwässer versickern im Boden, gelangen ins Grundwasser, in Flüsse und Seen. Die Menschen trinken dieses Wasser, kochen und waschen sich damit. Hochansteckende Krankheiten, die sich durchs Wasser verbreiten, über Darmbakterien, Viren und Parasiten haben leichtes Spiel. Am härtesten trifft es die Ärmsten der Armen, in Afrika und Indien. Jährlich sterben bis zu 5 Millionen Menschen an durch diese Erreger verursachten Krankheiten – davon täglich 1.000 Kinder.

Unterstützung gibt es durch die Welthilfsorganisationen. Die Welthungerhilfe zum Beispiel führt weltweit Projekte im Abwassermanagement und in der Wasserversorgung durch. Sie bietet auch Hygieneschulungen an – denn nicht nur ungeklärte Abwässer sind problematisch. Oft fehlt auch das Wissen, dass ungewaschene Hände nach dem Toilettengang Keime und Bakterien übertragen, die ansteckend sind. Durchfallerkrankungen sind so häufig, dass sie sogar der Volkswirtschaft der ohnehin stark gebeutelten Länder schaden. Männer und Frauen können nicht zur Arbeit gehen, Kinder nicht in die Schulen – Bildungsinitiativen greifen nicht, da die Kinder zu viel an Lernstoff verpassen. Die Hilfsorganisationen finanzieren Projekte zum Bau sanitärer Einrichtungen und leisten Aufklärungsarbeit, damit die Zusammenhänge zwischen Trinkwasserverunreinigungen und Krankheitsfällen durch schmutziges Wasser verstanden werden.

Ein Beispiel:
WASH in Burkina Faso

Burkina Faso, ein westafrikanischer Staat an der Elfenbeinküste, ist eines der ärmsten Länder der Welt. Dort haben rund 97 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zu einer Toilette, 70 Prozent der Kinderkrankheiten sind zurückzuführen auf eine mangelhafte sanitäre Versorgung. Die Kindersterblichkeitsrate lag 2016 geschätzt bei 73,8 von 1.000 Geburten (im Vergleich zu Deutschland: 4 von 1.000)
(Quelle: www.cia.gov).

WASH steht für Water Sanitation Hygiene. Das bedeutet, dass Grund- und Regenwasser sowie das Wasser der Wasserstellen erschlossen, gespeichert, verteilt und aufbereitet wird. Urin und Fäkalien werden entsorgt und wiederverwendet – zum Beispiel als Dünger. Eine Sensibilisierung für die Wichtigkeit von Trinkwasser- und Körperhygiene ist ein weiteres Ziel.

In Burkina Faso unterstützt die Welthungerhilfe den Bau sanitärer Anlagen und sensibilisiert für die Notwendigkeit des Händewaschens. Auch wenn regelmäßige Dürreperioden für große Not unter der Bevölkerung sorgen und Wasser knapp ist – es gibt Möglichkeiten, auch mit wenig Wasser größtmögliche Hygiene zu gewährleisten. Manche Regionen verfügen dank eines feuchteren Klimas über Wasserstellen, deren Wasser genutzt werden kann.

320.000 Menschen haben nach Abschluss des Projekts in Burkina Faso einen Zugang zu einer Toilette bekommen…

Quelle: www.welthungerhilfe.de
www.susana.org

 

Bildlizenz: AP Photo / Ashwini Bhatia

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